Commende-Gasthof, Beizapfen, Gasthof Walter
Wie aus der Geschichte der Komturei Liebstedts zu ersehen ist, hat der Deutsche Ritterorden seit 1331 das Recht des alleinigen Bierverkaufs. Der Gasthof war verpachtet und in ihm durfte nur das auf dem Gute gebraute Bier verkauft werden.
Als dann der Deutsche Ritterorden einging, kam der Gasthof in Privatbesitz. Da der Gasthof an der Kupferstraße lag, herrsche in ihm immer ein reger Verkehr. In den geräumigen Ställen konnten 65 Pferde untergebracht werden. Im Jahre 1911 wurde hier zum letzten Male Bier ausgeschenkt.
Die Gemeinde hatte schon immer den Wunsch, einen Gemeinde-Gasthof zu haben. Als der Commende-Gasthof Privatbesitz wurde, erhielt die Gemeinde die „Konzession zum Bier- und Branntwein-Ausschank, sowie zur Kegelbahnwirtschaft“. Es war aber inzwischen 1552 geworden, so entstand der „Beizapfen“. Zuerst wurden die Getränke in der Kegelbahn verkauft. Da dies aber ein unhaltbarer Zustand war, wurde 1854 das Gemeindeversammlungshaus so erweitert, dass ein Wirt darin wohnen konnte. Das Schankrecht wurde hineinverlegt. Das ist die Geburtsstunde unseres Gemeinde-Gasthofes, des „Ratskellers“. Seine heutige stattliche Größe hat er aber erst im Laufe der Jahrzehnte erhalten. Im Jahre 1911 wurde der große Tanzsaal gebaut. In der neuesten Zeit, 1955, kommt noch ein Kulturraum hinzu. Auch eine neue massive Kegelbahn ist gebaut worden von einer Interessengemeinschaft in Gemeinschaftsarbeit im Rahmen des Nationalen Aufbauwerkes.
Im Jahre 1914 hat unser Dorf noch eine Gaststätte bekommen, es ist das „Gasthaus Walter“ am Oberteich. Durch den esten Weltkrieg wurde der Bau unterbrochen und die Eröffnung konnte erst 1919 erfolgen.

Quelle: Dorfchronik - Auszug: Die Geschichte Liebstedts von Hans Schmidt