Kirche und Pfarrei

Wann die erste Kirche in Liebstedt gebaut wurde, läßt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Sicherlich ist aber eine kurz nach 956, als König Otto seine Liebstedter Besitzungen an das Quedlinburger Kloster verschenkte, entstanden. Die geistliche Oberaufsicht führte der Erzbischof von Mainz. Der erste evangelische Pfarrer wurde 1543 eingeführt. Im Dreißigjährigen Kriege wurde die Kirche wiederholt stark zerstört. Im Jahre 1742 wurde die Kirche wegeb Baufälligkeit abgerissen und der Grundstein zu unserem heutigen Gotteshaus gelegt. Aber 26 Jahre brauchte man, ehe sie im inneren notdürftig fertig wurde. Der Turm fehlte noch. Erst nach rund 200 Jahren, und zwar 1938 wurde der Turm gebaut. Im Jahre 1887 erhielt die Kirche ein neues Geläute, bestehend aus drei Glocken von der Glockengießerei Ulrich aus Apolda. Leider wurden die beiden großen Glocken ein Opfer des zweiten Weltkrieges. Im Februar 1941 wurden siw fortgebracht. Heute hat Liebstedt nur noch eine kleine Glocke.

Das innere der Kirche ist schlicht, würdevoll und freundlich. Der Altarraum ist 9 Meter lang und 8 Meter breit. Das Längsschiff ist 16 Meter lang und 11 Meter breit. Rund 400 Sitzplätze sind vorhanden. Zur Kirche gehören auch heute noch 1,23 ha Kirchenacker.

Die Wohnung der ersten Pfarrer ist unbekannt; Die Ordenspriester haben in der Komturei gewohnt. Wenn eine Inschrift in der Torfahrt des jetzigen Pfarrhauses die Jahreszahl 1590 als Baujahr angibt, so ist doch zu bedenken, dass bei den großen Bränden Liebstedts die Pfarrei öfters bis auf die Grundmauern abgebrannt ist. Das heutige Pfarrhaus ist nach dem großen Brande 1820 entstanden.

Quelle: Dorfchronik - Auszug: Die Geschichte Liebstedts von Hans Schmidt