Dr Bärchemester

Im Dorf gebts verschiedne Leite,
domme, janz domme aber och jescheite.
Ener davon, so gruß wie Hester,
der es bei ons dr Bärchemester.
Er hat´n grußen Bart, där den Kopp verdeckt,
damit keener sieht was dahönger stäckt.
Wenn der so durch die Straßen schritt,
de Ehrforcht uff dr Strelle tritt.
Aber nur so lange wie mern sieht
bein Leiden de Gusche stille stieht.
Danach jehts lus,s wie zum Schrein
jeden fällt was anersch ein.
Der is doch blind, der is doch domm,
der glotzt bluß in der Gejend rum.
Der hat de Macht, on hat ochs Gäld
aber ken, ders met zusammenhält.
Su kam´n se laut noch ens Gerede,
bis ener sade, dr halbe Rat is blede.
Das hatte aber gerade noch jehört,
un off der Stelle machte kehrt
und schreit so dienstlich,wie er kann
an dem Gerede is nischt dran,
Ihr nehmts zurück on schreibts ins Blatt
damits och seine Ordnung hat.
So tat man dann, wie ers verlangt
und aus der zeitung mit großen Lettern prangt
"Es ist nischt dran an dem Gerede
die eene Hälfte is nich bleede"
so gehts in die Geschichte ein
so klug kann nur en Bärchemester sein.

Georg Franke, Liebstedt 01.06.05