Sagen und Spukgeschichten rund um Liebstedt

Im Frühjahr 1937 wurden in Liebstedt noch folgende Spukgeschichten erzählt:

  1. Um Mitternacht ist oft an der Straße nach Rohrbach auf dem Fuhnhügel (altes Gräberfeld) ein Licht zu sehen. Dieses wandert nach Westen über den Fuhnhügel und wendet sich dann nach Süd-Westen zu den Wohlsborner Wiesen ab. Am Wege nach Wohlsbornverschwindet das Licht. Andere Leute haben das Licht schon in genau entgegengesetzter Richtung wandsern sehen.     (Anton Franke)
  1. Der alte Weg von Liebstedt nach Buttstädt führte von der Pfarrlinde durch die Hohle (die jetzt noch deutlich erkennbar ist) über die Windmühle. Um Mitternacht ist oft eine Menschenhand mit einer Laterne dem Wansderer begegnet.
  1. Wer um Mitternacht von Liebstedt nach Leutenthal durch die Viehweide geht, dem kann es passieren, das ihm an den Weiden eine Sau ohne Kopf mit ihrem Satz Ferkeln begegnet.
  1. Der Bauer Eduard Handwerk hieb mit Gehilfen um 1900 herum seine Wiese in Leutenthal. Seine Sense schnitt am besten. Da kam die alte Mala Syrinz und fragte ob die Sense gut schneidet, er antwortete mit "ja" und von diesem Augenblick an schnitt die Sense nicht mehr.
  1. In Liebstedt war einmal ein großes Schadenfeuer. Der Herzog Karl-August kam aus lauter Neugierde von Weimar nach Liebstedt, um sich das Feuer anzusehen. Als er sich wieder auf den Weg zurück machte, kam das Feuer hinter ihm her. In seiner Not, das Feuer los zu werden, ritt er in Oßmannstedt durch die Ilm. Da musste das Feuer zurück bleiben.
  1. Viele Leute machten auf ihre Brote drei Kreuze bevor sie die Brote zum Backhaus trugen. Die Kreuze sollten den Teufel verjagen.
  1. Die Geschichte Nr. 3 wird auch von den Wohlsborner Wiesen erzählt. Dort gibt es Irrlichter.
  1. Nachtwächter Ruppe (um 1890) will oft auf seinen Kontrollgängen um Mitternacht eine weiße Frau gesehen haben.

 

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