Bäume erzählen aus der Geschichte Liebstedts

Die Geschichte Liebstedts erzählen uns nicht nur die Ortschronik, die mündlichen Überlieferungen und örtlichen Sagen, sondern auch einige Bäume berichten aus der Vergangenheit.


Die "Pfarrlinde" steht am Ende des Pfarrgartens, hat viele Jahrhunderte der Geschichte Liebstedts miterlebt. Sie hat einen Umfang von 7,40m und zwar 1 Meter über der Erde gemessen. Bis zur Separation 1867 bis 1871 führte der Weg nach Buttstädt (Kupferstraße) an ihr vorbei. Viele 100 Jahre sah sie die schweren Pferdewagen, die das Kupfer vom Südharz nach Südthüringen oder gar Bayern brachten. Zu jedem Buttstädter Viehmarkt sah sie Pferde und Ochsen in großer Zahl an ihr vorbeiziehen. An ihrem Fuße begann ein kurzer Hohlweg, der zur jetzt verschwundenen Windmühle hinaufführte. So ein wertvoller Zeuge längst
vergangener Zeiten muss auch in Zukunft erhalten bleiben, sie steht deshalb unter Naturschutz.

Im Jahr 2006 wurde zu Ehren der 1050-Jahrfeier durch die Gemeinde Liebstedt mit vielen Gästen eine neue Linde am oberen Teich gepflanzt. Vielleicht erzählt dieser Baum in Zukunft ebenfalls die Geschichte Liebstedt´s den zukünftigen Generationen.

 

 

 

 

Wandern wir durch unsere Flur nach Südwesten an der „Groben Erde“ vorbei, so erblicken wir ca. 250m hinter unserer Flurgrenze einen  kreisrunden Hügel mit einer Baumgruppe. Es ist der "Bärenhügel"
Die Baumgruppe besteht aus 16 Linden, in einem Kreis stehen 12 Bäume, sie umschliessen 4 Linden in einem inneren Viereck. Der Bärenhügel ist eine alte Opferstätte. Die Funde, die hier 1891 gemacht wurden, gehen auf eine Entstehungszeit von 800 bis 400 vor unserer Zeitrechnung zurück. In den schlimmen Zeiten der Slawen-Einfälle sind von ihm Feuerzeichen gegeben worden, zur Warnung an die Bewohner des Landes.

Auf unserem Lindenberg, dem schönen schattigen Festplatz früherer Jahrhunderte, steht seit 1929 ein geschichtlicher Baum, es ist die
"Jahneiche".
Der damalige Turnverein Liebstedts hat sie gepflanzt zur Erinnerung an den Turnvater Friedrich Ludwig Jahn. Es waren da 150 Jahre seit dem Geburtstage Jahns vergangen. Die Eiche soll uns mahnen, unsere Jugend zu tüchtigen Turnern und Sportlern zu erziehen.


Vor unserer ehemaligen Schule steht eine "Schullinde".
Sie ist im Frühjahr 1936 gepflanzt worden.

Wir sehen also, Bäume können auch Geschichte erzählen, man muss sie nur fragen.

Quelle: Dorfchronik - Auszug: Die Geschichte Liebstedts von Hans Schmidt